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Zahlen und Fakten

Zur Lage, Geschäftsbericht 2018 (PDF)
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Burkhard Dahmen, Sprecher der Geschäftsführung, SMS GmbH (l.), und Torsten Heising,
Geschäftsführung, SMS GmbH

Zur Lage

STAHL- UND ALUMINIUMMARKT

Die Stahlpreise haben sich 2018 positiv entwickelt. Protektionistische Maßnahmen, insbesondere der USA und der EU, führten zu einem Anstieg der Verkaufspreise von Warmband und Betonstahl. Derzeit liegen in den USA die Preise auf einem hohen Niveau, wodurch zuvor unrentable Werke wieder in der Lage waren, wirtschaftlich zu produzieren.

Die Problematik der weltweiten Überkapazitäten von circa 30 Prozent bleibt jedoch weiterhin ungelöst und drückt auf die Preise. Die Weltrohstahlerzeugung nahm 2018 gegenüber dem Vorjahr um circa 4,7 Prozent zu. Getrieben war das Wachstum vor allem durch Produktionszuwächse in Asien und dem Mittleren Osten. Indien konnte sich an Japan vorbei auf den zweiten Platz der größten Stahlherstellernationen schieben. 2018 kam weiterhin jede zweite Tonne Stahl aus China. Die Exportrate der chinesischen Stahlbranche ist infolge des Handelskonfliktes auf 7 Prozent zurückgegangen.

Die weltweite Primäraluminiumproduktion stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 64,3 Millionen Tonnen. Entscheidender Wachstumstreiber ist auch hier China als die mit Abstand bedeutendste Region für die Primäraluminium­produktion. In allen anderen Regionen verzeichnete die Primäraluminiumproduktion keine nennenswerten Kapazitätsänderungen.

 

MARKTLAGE ANLAGENBAU

Das Marktumfeld für den metallurgischen Maschinen- und Anlagenbau hat sich 2018 gegenüber 2017 auf einem vergleichbaren Niveau stabilisiert. Die Erholung der Stahlpreise hat zu einem leichten Anziehen der Anfragetätigkeit geführt. Jedoch verharren die Maschinen- und Anlagenpreise infolge der herrschenden Überkapazitäten und des harten Wettbewerbs der Anbieter auf dem niedrigen Vorjahresniveau.

Weiterhin ist ein hohes Interesse der Kunden an Modernisierungen – insbesondere zur Effizienz- und Qualitätssteigerung – zu beobachten. Dadurch sind die Projekte insgesamt kleinteiliger und komplexer geworden. Gefragt sind zudem umweltschonende Produkte und Prozesse, die auch in Schwellenländern zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Verstärkt nachgefragt werden digitale Produkte wie z. B. „Smart Alarm“ von SMS digital. Die Applikation ist in kurzer Zeit auf verschiedene Anlagentypen – auch außerhalb der Stahlbranche – skalierbar. 2018 wurden im Rahmen der Digitalisierungsstrategie die Voraussetzungen geschaffen, um der steigenden Nachfrage in diesem Bereich nachzukommen sowie entsprechendes Know-how zu bündeln.

Dem kontinuierlichen Ausbau unseres Service­geschäfts gilt weiterhin ein besonderes Augenmerk. Der Trend des Outsourcings von Instandhaltungsleistungen hat sich auch im Jahr 2018 fortgesetzt – Tendenz weiter steigend. Die digitale Weiterentwicklung des Produktportfolios durch eService ist ein wichtiger Schritt, um die Kundennähe zu erhöhen und die Auftragsabwicklung zu beschleunigen.

Abseits unseres Kerngeschäfts weiten wir mit zunehmendem Erfolg unser Produktportfolio in an­grenzende Märkte mit Wachstumsperspektive aus. Diese Wachstumsthemen sind unter der Bezeichnung New Horizon zusammengefasst. Hierbei bringen wir als führendes Unternehmen im metallurgischen Anlagenbau unsere umfassende Erfahrung im Bereich Anlagentechnik und Prozesswissen ein.

Besonders hervorzuheben ist dabei das Joint Venture mit dem Hafenbetreiber DP World. Mit DP World wird die SMS-Tochter AMOVA bis zur EXPO 2020 in Dubai die erste Pilotanlage für ein neues Lagersystem für Hochseecontainer realisieren.

Im Bereich Additive Manufacturing haben wir eine eigene Pilotanlage zur Pulverherstellung erfolgreich in Betrieb genommen. Auf ihr lässt sich hochreines Metallpulver für die Anwendung in 3D-Druckern herstellen.

Aufgrund des weiterhin schwierigen Marktumfelds und der nach wie vor unbefriedigenden Ergebnissituation wurde 2018 das Transformationsprogramm „Task Force 2021“ gestartet.

Hauptziele sind dabei die nachhaltige Stärkung des Kerngeschäftes sowie die Optimierung der Prozesse zur Verbesserung der Ertragssituation. Die einzelnen Geschäftsbereiche sowie die Zentralfunktionen haben Transition-Pläne aufgestellt, die mehr als 600 kostensenkende Maßnahmen mit Wirkungshorizont bis 2021 beinhalten.

Darüber hinaus werden wichtige, geschäftsbereichsübergreifende Themen in „Central Projects“ bearbeitet. Die Schwerpunkte zur Kostensenkung liegen nicht nur auf der Modularisierung und Standardisierung unseres Produktportfolios, sondern auch auf der Optimierung von Vertrieb, Auftragsausführung und Projektmanagement bis hin zur Baustellenorganisation.

Die Kostensenkungsmaßnahmen umfassen Per­sonal-, Material- und Sachkosteneinsparungen.

Investitionen in Innovation und Entwicklung neuer Produkte werden weiter fortgeführt, um technologisch anspruchsvolle Produkte nachhaltig im Unternehmen zu halten.

Für 2019 rechnet die Weltbank mit einem leichten Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums, nachdem der Höhepunkt von Anfang 2018 überschritten scheint. Es wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum sich vor allem in den USA abschwächen wird auf nur noch +1,7 Prozent im Jahr 2020. Zusätzlich droht durch die sich abzeichnende Abkehr von der lockeren Geldpolitik ein Kapitalabfluss aus den Schwellenländern, der die Finanzmärkte dort unter zusätzlichen Druck setzen wird.

Genau zu beobachten sind 2019 unter anderem die Entwicklungen um die Handelskonflikte sowie politische Themen wie den Brexit, die weitreichende Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben.

Auch 2019 wird der Markt des metallurgischen Anlagenbaus angespannt sein und verfügbare Projekte werden preislich hart umkämpft sein. Noch immer belasten die weltweiten Überkapazitäten unser Neubaugeschäft, jedoch rechnen wir weiterhin mit einer positiven Entwicklung unseres Modernisierungsgeschäfts. Die zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit notwendige Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung sowie Maßnahmen zur Sicherung unserer Technologieführerschaft werden weiterverfolgt und intensiviert. Neben dem kontinuierlichen Ausbau unseres Servicegeschäfts sowie dem Vorantreiben der Digitalisierung bearbeiten wir unsere – unter dem Sammelbegriff New Horizon gebündelten – neuen Geschäftsfelder.

Hinsichtlich der Auftragseingangsperspektive für 2019 erwarten wir einen nahezu gleichbleibenden Auftragseingang auf Vorjahresniveau. Beim Konzernumsatz rechnen wir mit einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das Konzernergebnis vor Steuern soll im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der erwarteten Wirksamkeit der angestoßenen Restrukturierungsmaßnahmen deutlich verbessert ausfallen, jedoch auf einem weiterhin niedrigen Niveau.

AUFTRAGSEINGANG

Mit 3.087 Millionen Euro lag der Auftragseingang der SMS group im abgelaufenen Geschäftsjahr um 217 Millionen Euro über dem Vorjahreswert (2017: 2.870 Millionen Euro). Unsere Prognose hinsichtlich eines konstant bleibenden Auftragseingangs auf Vorjahresniveau haben wir somit übertroffen.

Im metallurgischen Anlagenbau wurde ein Auftragseingang von 2.812 Millionen Euro (Vorjahr: 2.591 Millionen Euro) erzielt. Dies entspricht einer Zunahme in Höhe von 221 Millionen Euro, bezogen auf den Vorjahreswert. Das Anlagengeschäft verbesserte sich auf 2.113 Millionen Euro (Vorjahr: 1.907 Millionen Euro). Auch das Servicegeschäft verzeichnet stetig wachsende Auftragseingangszahlen und erzielte zum Jahresende mit 698 Millionen Euro einen leicht über Vorjahr liegenden Auftragseingang (685 Millionen Euro).

Bei der elexis wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Auftragseingang in Höhe von 222 Millionen Euro realisiert (Vorjahr: 210 Millionen Euro). Demgegenüber ist bei der Elotherm eine spürbare Abnahme des Auftragseingangs von 73 Millionen Euro in 2017 auf 56 Millionen Euro in 2018 festzuhalten.

 

UMSATZ

Mit 2.805 Millionen Euro lag der im abgelaufenen Geschäftsjahr realisierte Umsatz der SMS group um 82 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahres (2.887 Millionen Euro). Unsere Prognose hinsichtlich eines leicht rückläufigen Umsatzes wurde bestätigt.

Der Umsatz im metallurgischen Anlagenbau in Höhe von 2.517 Millionen Euro fällt unter das Niveau des Vorjahres (2.638 Millionen Euro). Der dabei im Anlagengeschäft erreichte Umsatz ist weiter rückläufig und betrug 1.842 Millionen Euro (Vorjahr: 1.977 Millionen Euro). Der Umsatz im Servicegeschäft wächst stetig an und belief sich auf 675 Millionen Euro (Vorjahr: 660 Millionen Euro).

Die regionale Verteilung des Umsatzes der SMS group stellte sich wie folgt dar:

Asien: 33 Prozent (Vorjahr: 33 Prozent)
Europa: 31 Prozent (Vorjahr: 31 Prozent)
Amerika: 20 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent)
Afrika: 10 Prozent (Vorjahr: 4 Prozent)
Russland: 6 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent)

Bei elexis wurde ein Umsatz in Höhe von 208 Millionen Euro erzielt, der das Vorjahresniveau (193 Millionen Euro) um 15 Millionen Euro übertrifft. Der bei der Elotherm realisierte Umsatz (78 Millionen Euro) hat sich im Vergleich zum Vorjahr (57 Millionen Euro) um 21 Millionen Euro verbessert.

 

AUFTRAGSBESTAND

Der Auftragsbestand in Höhe von 3.623 Millionen Euro liegt wegen eines über dem Umsatz liegenden Auftragseingangs leicht über dem Niveau des Vorjahres (3.472 Millionen Euro).

Im Geschäftsjahr 2018 waren durchschnittlich 13.872 Mitarbeiter (Vorjahr: 14.305) in der SMS group beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 433 Mitarbeiter.

Bei elexis/Elotherm liegt die Mitarbeiterzahl mit 1.562 auf dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.566).

ERGEBNIS

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die SMS group mit 27 Millionen Euro ein leicht über dem Vorjahr (23 Millionen Euro) liegendes Ergebnis vor Steuern. Damit konnten wir unsere Prognose hinsichtlich einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern gegenüber dem Vorjahr nicht vollumfänglich bestätigen.

Die Eigenkapitalquote liegt mit 20,5 Prozent über dem Vorjahr (18,8 Prozent).

 

LIQUIDITÄT

Die Flüssigen Mittel verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 103 Millionen Euro auf 685 Millionen Euro (Vorjahr: 788 Millionen Euro).

Darüber hinaus verfügen wir über Wertpapiere des Umlaufvermögens mit einem Marktwert von 277 Millionen Euro. Abzüglich der Finanzverbindlichkeiten von 78 Millionen Euro ergibt sich eine Nettoliquidität von 884 Millionen Euro (Vorjahr: 1.076 Millionen Euro).

 

INVESTITIONEN

Das Investitionsvolumen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrug 38 Millionen Euro (Vorjahr: 81 Millionen Euro). Die Investitionen wurden im Wesentlichen getätigt für die Herstellung der Pulververdüsungsanlage sowie für die Erweiterung bzw. den Ersatz bestehender IT-Systeme.

In sonstige Unternehmensbeteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens haben wir 55 Millio­nen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro) investiert. Dem gegenüber stehen Erlöse aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 18 Millionen Euro (Vorjahr: 25 Millionen Euro).

Die branchenüblichen erhaltenen Anzahlungen werden über Bankgarantien abgesichert. Der Anteil genutzter Aval- und Kreditlinien beträgt rund 50 Prozent.

Berichterstattung 2018

Konsolidierter Jahresabschluss zum 31.12.2018

BILANZ (in Tsd. EUR)

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KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG (in Tsd. EUR)

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