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Nachhaltigkeit

Megatrend

„Mit unseren Anlagen können Kunden nachhaltig und verant­wortungs­voll produzieren.“

Die Herausforderung | Immer strengere Gesetzesvorgaben
Der Prozess | Lösungskonzepte mit Kunden erarbeiten
Der Vorteil | Lösungen für Elektroschrott-Recycling
Die Vision | CO2-freie Herstellung von Metallen



Dr.-Ing. Christian Fröhling,
Geschäftsbereichsleiter Metallurgie und Umwelttechnik

Nachhaltigkeit ist ein allgegenwärtiges Thema geworden. Während der Wirtschaftswunderzeit in den 1950er und 1960er Jahren rückten Gedanken über Umweltverschmutzung und die Endlichkeit von Ressourcen in den Hintergrund. Ende der 1960er Jahre waren die Folgen davon dann unübersehbar.

Seither sind Umweltschutz und der Kampf gegen den Klimawandel die großen Ziele, die das Handeln der Menschen, aber auch die Wirtschaft beeinflussen. Energiewende, Recycling, E-Mobilität, Bio-Lebensmittel – unsere Lebensgewohnheiten ändern sich zunehmend. Artenschutz und die Bekämpfung der Verschmutzung der Weltmeere gewinnen zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen verfolgen ressourcen­effizientes und nachhaltiges Wirtschaften als Leitidee, denn inzwischen ist klar: Nur nachhaltige Unternehmen sind auf Dauer wettbewerbsfähig.

Die SMS group wird in vielen Projekten mit Nachhal­tigkeitsaspekten konfrontiert, die die ganze umwelttechnologische Palette abdecken – angefangen bei der Senkung des Energieverbrauchs, über die Nutzung von Nebenprodukten (z. B. Gas) bis hin zur Vermeidung von Emissionen wie Feinstaub. Dabei gibt es einige Herausforderungen, wie Dr. Christian Fröhling, Geschäftsbereichsleiter Metal­lurgie und Umwelttechnik, weiß:

„Es gibt gesetzliche Grundlagen, die länderspezifisch oder sogar regional komplett unterschiedlich sein können. Kundenindividuell entwickeln und bauen wir Lösungen, die diese – zum Teil sehr scharfen – Forderungen noch übertreffen.“

Umwelttechnische Investitionen, wie z. B. der Einbau einer Filteranlage, bieten auf den ersten Blick häufig keinen direkten ökonomischen Mehrwert, daher spielen Gesetzesvorgaben eine entscheidende Rolle.


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ZUKUNFTSTHEMEN
• Elektroschrott-Recycling
• Add-on-Produkte wie Gasrückgewinnungsanlagen
• Wasserstoffroute als Alternative zur klassischen Hochofenroute
• Digitalisierte Produktion


„In solchen Fällen zeigen wir dem Kunden aber auch auf, welchen Nutzen diese Investition mit sich bringt – nämlich die Senkung von Betriebskosten.“

Auch Modernisierungen sind im Hinblick auf Nachhaltigkeit bedeutsam. „Die SMS group bietet sowohl kleine ‚Tuning Kits‘ als auch richtige ‚Kernsanierungen‘ an – der Aufwand für Letztere kann allerdings erheblich sein. Beim Neubau ist vieles leichter, weil man selber ‚auf der grünen Wiese‘ frei planen kann.  Bei einer Modernisierung hingegen muss man sich den Gegebenheiten anpassen. Das ist mit mehr Risiko verbunden, denn man weiß vorher nicht, was da im Verborgenen schlummert“, erklärt Fröhling.  Jedoch bietet jede Modernisierung auch die Chance, nicht nur die Verbrauchswerte zu verbessern, indem z. B. Pumpen- oder Gebläseleistungen optimiert werden, sondern auch die Effizienz der Anlagen hinsichtlich der Produktion deutlich zu steigern.

Stahl an sich punktet bereits als nachhaltiger Werkstoff. Er wird nach seinem Einsatz eingeschmolzen und wiederverwendet – und ist somit ein hervorragendes Recycling-Material. Bereits heute ist der Werkstoff Stahl in Sachen Recycling-Quote Weltmeister. Anders scheint die Situation bei E-Schrott auszusehen. Für die SMS group ist dieser stark wachsende Markt von zentraler Bedeutung, auch um die unsachgemäße Entsorgung zu vermeiden.

„Wir bieten zum Recycling von Elektroschrott ein Verfahren namens UrbanGold an. Wertvolle hochreine Metalle wie Gold, Platin, Palladium, Kupfer und Nickel werden nahezu zu 100 Prozent aus dem Elektroschrott gewonnen. Das Anlagenkonzept ist auch wirtschaftlich äußerst attraktiv“, sagt Fröhling und ist überzeugt von der Wichtigkeit eines solchen Verfahrens.

Nachhaltigkeit steht bei der SMS group auch in direktem Zusammenhang mit dem Megatrend Konnektivität. „Denn Daten werden auch gesammelt, um Nachhaltigkeitsprozesse wie Gasrückgewinnung und Filtertechnologien zu optimieren und den übergeordneten Energieverbrauch in einem Stahlwerk zu verringern“, erklärt Fröhling. Durch die intelligente Auswertung von Daten gibt es beispielsweise die Möglichkeit, die Einsatzstoffe in einem Schmelzofen zu optimieren oder Temperaturführungen so anzupassen, dass weniger Ofenleistung benötigt wird:

„Aus meiner Sicht sind die Nachhaltigkeits­prozesse ein fester Teil und relevanter Aspekt der immer bedeutsamer werdenden Digitalisierung.“

Ein weiteres zentrales Thema ist die Senkung der CO2-Emissionen in der Stahlherstellung, wie Fröhling weiß: „Es gibt immer mehr Kunden, die von uns Lösungskonzepte für eine massiv CO2-reduzierte Stahlerzeugung haben wollen.“

Die SMS group hat das Thema CO2-freie Stahlproduktion zum strategischen Entwicklungsthema gemacht und wendet erhebliche Ressourcen auf, um ihren Kunden Lösungen anzubieten, um schrittweise die spezifischen Emissionen pro Tonne Stahl auf 0 zu reduzieren. „Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass unsere Anlagen einen erheblichen Einfluss bei der weltweiten Stahlproduktion haben und wir damit auch für Nachhaltigkeit in diesem Bereich Sorge tragen müssen“, sagt Fröhling. Damit beweist die SMS group erneut den Blick für das große Ganze.

Nachhaltigkeit ist bei SMS kein neues Thema. Bereits seit Jahrzehnten forscht das Unternehmen zu Innovationen für mehr Energieeffizienz und entwickelt gemeinsam mit seinen Kunden entsprechende Lösungen. Ein Beispiel dafür ist das Label „Ecoplants“, mit dem ein internes Gremium die Anlagen auszeichnet, die Emissionen verringern, die Recycling-Quote erhöhen oder den Energieverbrauch reduzieren. Was dabei im Fokus der Aufmerksamkeit steht, beschreibt Fröhling so:

„Für uns hat dabei oberste Priorität, dass es für unsere Kunden sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile gibt.“


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SERVICELEISTUNGEN FÜR NACHHALTIGE ANLAGEN

Der Technische Service der SMS group hat ein klares Ziel vor Augen: den Wert von bestehenden Anlagen erhalten. Wenn es um Ersatzteile, Modernisierungen, maßgeschneiderte Wartungsmaßnahmen oder spezielle Schulungsangebote für das Kundenpersonal geht, profitieren unsere Kunden von leistungsstarken Servicepaketen, die weltweit an 50 Standorten bereitstehen. Die SMS group versteht sich als lebenslanger Partner für die gesamte metallurgische Prozesskette.

„Die SMS group ist der einzige Anlagenbauer in der Metallurgie, der die ganze Prozesskette abdeckt. Bei Reparatur- und Modernisierungseinsätzen spielt unser erfolgreicher Service eine besonders große Rolle.“
Johannes Kahlen, Geschäftsbereichsleiter Technischer Service


„Wir wollen eine führende Rolle bei CO2-freier Stahlerzeugung.“

Dr.-Ing. Thomas Hansmann, Geschäftsführer Paul Wurth Italia (l.). und Georges Rassel, Vorstandsvorsitzender Paul Wurth

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Foto: Mike Zenari

Um einen wirtschaftlichen und gleichzeitig umweltfreundlichen Betrieb unserer Anlagen zu erreichen, entwickelt die Paul Wurth-Gruppe passende Lösungen und Technologien. Diese drehen sich im Kern um drei Zielsetzungen: die Effi­zienzsteigerung der Anlagen mittels Prozess-optimierung, das Recycling von anfallenden Nebenprodukten wie Schlämmen und Stäuben und die Minimierung der CO2-Emission in die Atmosphäre. Die Verwendung nicht fossiler Reduktionsmittel ist dabei der Schlüssel.

„Das Herstellen von CO2-frei erzeugtem Stahl hätte eine unglaubliche Signal­wirkung für die Stahlindustrie.“

Der Megatrend Nachhaltigkeit gibt es vor, so wollen die deutschen Stahlproduzenten bis 2050 weg vom Kohlenstoff. Die einzige Alternative aus heutiger Sicht ist die Wasserstoffroute. Als Reduktionsmittel kommt hier statt Koks Wasserstoff zum Einsatz. Kern der Technologie ist die Wasserstoffproduktion per Elektrolyse: Wasser wird hierbei durch Strom in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. Da Elektrizität den Kohlenstoff als Energieträger ersetzt, ist die Wasserstoffroute sehr energieintensiv.

Stahlhersteller müssen sich also entscheiden, ob sie billig oder emissionsarm produzieren möchten. Von Vorteil ist ein solches Umschwenken zweifellos: Das Anbieten von CO2-frei erzeugtem Stahl hätte eine Signalwirkung für die Stahlindustrie. Nun gilt es, die entsprechende Technik zu entwickeln und bereitzustellen. Nötig sind Elektrolysen, um Wasserstoff zu erzeugen, Elektrolichtbogen, um den Stahl zu produzieren, und Direktreduktionsanlagen, die mit reinem Wasserstoff funktionieren.

Mit dem Investment der Paul Wurth S.A. wird die Sunfire GmbH ab 2019 kommerzielle Multi-Megawatt-Großprojekte unter Einsatz der Hochtemperatur-Elektrolyse und der Power-to-Liquid-Technologie realisieren. Für Paul Wurth ist die Partnerschaft mit dem Technologieführer in Sachen Hochtemperatur-Elektrolyse ein wichtiger Schritt im Hinblick auf technologische Neuentwicklungen auf dem Weg hin zu grüner Stahlerzeugung. Außerdem ergibt sich dadurch eine Möglichkeit, in den wachsenden Markt für E-Fuels einzutreten.

In der neusten Produktvariante kann die Hochtemperatur-Elektrolyse übrigens nicht nur Wasser, sondern auch CO2 reaktivieren. Somit können die Abgase der Verbrennung auf dem direktesten Weg wieder in einen sauberen Rohstoff zurückverwandelt werden, der Erdöl oder Erdgas ersetzt. Bei der anstehenden Transformation der Stahlindustrie hin zu einer CO2-freien Stahlerzeugung will Paul Wurth eine führende Rolle spielen. Indem die Kunden auf dem Weg zu einer wasserstoffbasierten Roheisenproduktion begleitet werden, finden sie Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzziele.

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